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Seed-Phrase aufbewahren: BIP39, SLIP39, Backup

BIP39, SLIP39 und sichere Aufbewahrung — redaktionell, ohne selbst durchgeführte Wiederherstellungstests.

Veröffentlicht Aktualisiert

Ohne Backup der Seed-Phrase ist eine Hardware-Wallet nur so sicher wie dein Speichervermögen. Dieser Ratgeber erklärt Begriffe und Risiken anhand dokumentierter Standards und Herstellerangaben — ohne zu behaupten, wir hätten Wiederherstellungen für jedes Modell selbst durchgeführt.

BIP39

Eine Wortliste ist die vollständige Kopie.

SLIP39

Anteile. Falsch verteilt: dauerhafter Verlust.

Nie

Foto, Cloud, Chat, „Support“-Diktat.

Drei Backup-Ideen: BIP39, SLIP39, Passphrase — Illustration, kein Produktfoto
Drei Ideen, ein Risiko: Wer die Sicherung besitzt, besitzt die Assets.Quelle: JMRKT-Schema nach BIP 39 und SLIP-0039

Seed-Phrase (BIP39)

Viele Geräte nutzen BIP39: eine Wortliste (meist 12 oder 24 Wörter), aus der private Schlüssel abgeleitet werden. Wer die Seed besitzt, besitzt die Assets. Deshalb:

  • Seed nie fotografieren oder in Cloud-Notizen speichern.
  • Metall-Backup oder gleichwertig feuer-/wasserresistent erwägen (Herstellerhinweise beachten).
  • Die Wörter in der vom Gerät vorgegebenen Reihenfolge notieren. Ein vertauschtes Wort ist oft ein anderes Wallet.
  • Das Gerät nach dem Setup nicht als einzige Kopie behandeln. Es kann verloren gehen.

Geräteangaben zu BIP39/SLIP39 findest du in der Vergleichstabelle und auf den Produktdetails, z. B. Coldcard Mk4 oder BitBox02 Multi.

Niemand seriöses braucht deine Wortliste, um „zu helfen“. Echter Support fragt nicht nach Seed, PIN oder Remote-Zugriff auf das Gerät.

SLIP39 und Alternativen

Manche Ökosysteme unterstützen SLIP39 (Shamir-ähnliche Aufteilung). Das ist kein Freifahrtschein: falsche Verteilung oder verlorene Shares sind endgültig. Prüfe die Merkmalszeile „SLIP39“ und die Herstellerdokumentation.

Praktisch heißt 2-von-3: Zwei Anteile reichen zur Wiederherstellung, ein Anteil allein nicht. Das verschiebt das Problem — du musst Orte und Personen so wählen, dass zwei Anteile im Ernstfall zusammenkommen, im Alltag aber nicht in einer Schublade liegen.

Karten-Duplikate und Hersteller-Cloud-Backups sind wieder andere Verträge. Lies sie als das, was sie sind: ein zweiter Weg mit eigenen Ausfällen, nicht als unsichtbare Magie.

Passphrase

Eine optionale BIP39-Passphrase (manchmal „25. Wort“ genannt) erzeugt ein zusätzliches Wallet über derselben Seed. Vergisst du sie, hilft die Wortliste allein nicht. Schreibst du sie neben die Seed, hast du den Schutz wieder flachgelegt.

Passphrase ist Komplexität. Sie ist sinnvoll, wenn du den Prozess dokumentierst — und riskant, wenn du ihn nur „im Kopf“ hast.

Air-Gap und PSBT

Air-Gap-Workflows (z. B. MicroSD/PSBT) reduzieren Online-Exposition, erhöhen aber den Prozessaufwand. Sie ersetzen kein Seed-Backup. Ein Gerät, das nie am Netz hängt, braucht trotzdem eine Sicherung, die Feuer, Umzug und Erbfall übersteht.

Was wir bewusst nicht behaupten

  • Keine „wir haben 20 Recoveries getestet“-Stories.
  • Keine Garantie, dass dein Backup-Setup korrekt ist.
  • Keine Anlageberatung.

Weiter: Kaufkriterien, Erklärung, Was das Gerät schützt, Methodik.

BIP39 und herstellereigene Wege

BIP39 ist der offene Standard: eine Wortliste, aus der Schlüssel deterministisch abgeleitet werden. Viele Geräte nutzen ihn. Wer die Wörter in der richtigen Reihenfolge hat, kann auf einem anderen kompatiblen Gerät wiederherstellen — sofern keine extra Passphrase fehlt. Die Spezifikation steht in BIP 39.

Herstellereigene Wege sind andere Verträge. Eine Karte mit Duplikat, ein Cloud-Backup hinter einem Konto, eine microSD nur für dieses Modell: Das kann bequem sein und trotzdem an die Marke binden. Vor dem Kauf gehört die Frage: Kann ich ohne dieses Gehäuse wiederherstellen — und steht das in der Doku, nicht nur im Unboxing-Video?

Beides kann nebeneinander existieren. Manche Geräte bieten BIP39 und einen zweiten Weg. Der zweite Weg ist kein unsichtbares Netz; er hat eigene Ausfälle (Konto, Kartenverlust, herstellereigene Software). In der Vergleichstabelle stehen die Verfahren als Zellen, nicht als Note „moderner“.

SLIP39 bleibt der spezifizierte Weg für Anteile (SLIP-0039). Halbe BIP39-Listen ohne Shamir sind oft unsicherer, als sie klingen. Kartenformate ohne klassisches Display verlagern denselben Test: Du musst den Wiederherstellungsweg der Marke erklären können, bevor Bestand darauf liegt.

Metall und Papier

Papier ist der dokumentierte Einstieg: Wörter von Hand, ohne Foto, ohne Cloud. Es verträgt kein Feuer und kein langes Wasser. Metallplatten und Stanzsysteme versprechen genau das — Feuer- und Wasserresistenz — und bringen eigene Fehler: falsche Reihenfolge, unleserliche Prägung, ein Set, das du nie geübt hast.

Wir haben keine eigenen Brandtests gemacht. Herstellerhinweise und die Materialwahl sind Angaben, keine Labornote durch uns. Metall ist kein Upgrade der Seed; es ist ein anderes Trägermedium derselben Wörter. Liegt die Platte neben dem Gerät in derselben Schublade, hast du den getrennten Aufbewahrungsort wieder flachgelegt.

Digital bleibt digital: Screenshot, Passwortmanager-Sync, Chat, Mail an sich selbst. Dateien werden kopiert. Der Standardweg in der Herstellerdoku ist offline — nicht der Safe-Ordner in der Cloud.

Wenn die Sicherung fehlt

Drei Szenarien, derselbe Ausgang, wenn die Wörter weg sind:

  1. Gerät kaputt oder nass. Ohne Sicherung ist der Bestand nicht wiederherstellbar. Das Gerät war nie die Kopie.
  2. Gerät verloren, Sicherung vorhanden. Du kaufst ein kompatibles Gerät und stellst wieder her. Dafür musst du den Weg vorher gelesen haben — nicht in der Panik.
  3. Sicherung gefunden von jemand anderem. Wer die Wörter hat, hat die Assets. PIN am Gerät schützt dann nicht mehr.

Erbfall ist Organisation, keine Produktempfehlung: Eine Sicherung, die niemand findet, ist für Erben verloren. Eine Sicherung, die im Alltag herumliegt, ist für andere gefunden. Was das Gerät in diesem Moment noch schützt, steht in Was eine Hardware-Wallet wirklich schützt: den Schlüssel im Chip, nicht die offene Wortliste.

Bevor Bestand auf ein neues Gerät geht, gehört der Recovery-Weg in die Herstellerdoku — nicht ins Unboxing-Video allein. BIP39 auf einem zweiten kompatiblen Gerät ist ein anderer Vertrag als ein Karten-Duplikat oder eine microSD nur für dieses Modell. Die Zelle steht in der Vergleichstabelle; Beispiele in den Details: Coldcard Mk4, BitBox02 Multi. Wir behaupten keine eigenen Wiederherstellungstests.

Metall neben Papier ist kein zweites Geheimnis, wenn beide am selben Ort liegen. Getrennte Orte, lesbare Reihenfolge, kein Foto: das ist die Organisation. Die Wörter selbst bleiben BIP39 oder der herstellereigene Weg — nicht die Platte.

Häufige Fragen

Reicht ein Foto der Wörter im Safe-Ordner?

Digital ist die Seed eine Datei. Dateien werden kopiert, synchronisiert und geleakt. Papier oder Metall ohne Netz ist der dokumentierte Standardweg — nicht ein Screenshot.

Soll ich die Wörter splitten?

Halbe Listen ohne Shamir-Verfahren sind oft unsicherer, als sie klingen: Ein Fundort kann die andere Hälfte erratbar machen. SLIP39 ist der spezifizierte Weg für Anteile.

Was ist mit Erbfall?

Eine Sicherung, die niemand findet, ist für Erben verloren. Eine Sicherung, die im Alltag herumliegt, ist für andere gefunden. Das ist Organisation, keine Produktempfehlung.